Schneller denn je packen wir an diesem Morgen unsere Sachen und verstauen sie im Auto. Wir verlassen Jessup nach Osten. Unser Ziel ist Atlantic City und der Weg ist ausnahmsweise nicht das Ziel, denn die vielen Mautstationen auf alleine einem Straßenabschnitt von ca. 100km waren ziemlich nervig. Wir müssen min. viermal drei bis fünf Dollarscheine überreichen - gut dass Ma in Washinten noch Geld aus der Wand gezogen hatte.
Das Wetter war an diesem Tag recht gut und unsere Erwartungen galten weniger der Stadt Atlantic City, als viel mehr dem Ocean, dem Atlantic. Dass wir mittlerweile nahezu 10.000km zurückgelegt hatten und unsere Landkarte stimmt und es bald nicht mehr weiter nach Osten geht, ist uns schon klar. Aber erst als wir tatsächlich am Atlantik stehen, kann ich begreifen, dass wir es wirklich geschafft haben und das Land mit den natürlichen Grenzen zwischen Pacific, Golf von Mexico und Atlantik wirklich bereist hatten. Das Wasser war übrigens sehr kalt, schade auch.
Ansonsten ist Atlantic City eher ein schlechter Versuch Las Vegas nachzueifern, auch was die Anzahl der Baustellen anbelangt, in einigen Jahren wird sich wohl auch hier das Gesicht der Stadt stark verändert haben. Wir schlendern die Promenade entlang, die komplett auf Tourismus ausgerichtet ist, also ein Souvenirladen neben dem anderen und was sonst noch so dazu gehört. Ich denke da z.B. an Briefmarken, um letzte Postkarten in die Heimat zu schicken, aber Briefmarken gibt es in Atlantic City nicht auch in den Vielen Hotels ist da nichts zu machen, komische Sache das.
Bevor wir uns noch einen Sonnenbrand zuziehen, beschließen wir Atlantic City zu verlassen und den Rückweg nach Washington anzutreten, denn von dort geht morgen unser Flugzeug zurück nach Deutschland. Aber bis dahin ist ja noch ganz viel Zeit.
Wir fahren auf dem Rückweg eine kleinere Parallelstraße zur I 95, um die blöden Mautstationen zu umgehen, was den Rückweg etwas in die Länge zieht. Zu späterer Stunde, es ist bereits dunkel und die Sehnsucht groß nach einem Motel, verlassen wir kurz vor Washington die Straße und folgen der Beschilderung Richtung fünf aufgeführter Motels. Kaum sind wir in der kleinen Ortschaft angekommen kommt es uns wie ein Déjà vu vor, das Ho als erstes lösen kann - wir sind mal wieder in Jessup gelandet - wir nehmen heute für die letzte Nacht das teuerste Motel und lassen unseren letzten Abend "Dosen stechend" ausklingen.
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